Technik braucht Menschen – und ganz besonders jene, die viel Erfahrung mitbringen

12.03.2026

Ingrid Korosec, Petra Czeiner, Werner Schatzl, Andreas Pankratz

Was passiert mit Know-how, wenn die Babyboomer in Pension gehen? Viele Unternehmen beantworten diese Frage zu spät und verlieren damit nicht nur Fachwissen, sondern auch Kundenvertrauen. Wir bei Canon Medical in Österreich zeigen, dass es auch anders geht! Der Generationendialog wird gelebt und flexible Modelle für das Arbeiten auch nach dem „offiziellen Pensionsantrittsalter“ schaffen Raum für eine besondere Unternehmenskultur.

Die stand kürzlich auch im Mittelpunkt einer Gesprächsrunde mit Ingrid Korosec, Präsidentin des Wiener Seniorenbundes. Sie besuchte den österreichischen Firmenstandort von Canon Medical und tauschte sich nicht nur mit Geschäftsführer Andreas Pangratz über den Generationendialog aus, sondern auch mit zwei Mitarbeitenden, die das Modell in der Praxis leben: Ing. Werner Schatzl und Petra Czeiner.


Andreas Pankratz, Geschäftsführer Canon Medical Österreich Ingrid Korosec, Präsidentin des Wiener SeniorenbundesIng. Werner Schatzl

„Know-how entsteht im Lauf der Zeit, daher ist es paradox, den Fachkräftemangel zu beklagen und gleichzeitig Ältere zu kündigen oder gar nicht erst einzustellen“, sagt die Seniorenbundpräsidentin. In der Medizintechnik reicht es nicht, Geräte zu verstehen, man muss auch mit Menschen umgehen können – im Team und mit den Kunden. „Wir verkaufen langfristige Investitionsgüter, da entstehen Kundenbeziehungen über Jahre oder oft über Jahrzehnte. Erfahrung und damit Vertrauen, Kontinuität und Sicherheit sind hier kein ‚Nice-to-have‘, sondern Teil des Produkts“, betont Geschäftsführer Andreas Pangratz, der selbst heuer sein 10-jähriges Firmenjubiläum feiert.

Bei Canon Medical arbeiten heute Kolleginnen und Kollegen zwischen 20 und über 65 Jahren Seite an Seite. „Genau da entsteht etwas Besonderes: Wenn die Jüngeren den Älteren zeigen, wie man Teams-Meetings aufzeichnet, oder die Älteren den Jüngeren beibringen, wie man mit einem schwierigen Kunden das Eis bricht. Gegenseitiger Respekt und Verständnis wachsen, eine Kultur wird geschaffen, die man nicht in Management-Handbüchern findet“, beschreibt Andreas Pangratz den praktischen Alltag.

Ein konkretes Beispiel liefert Ing. Werner Schatzl, der nach mehr als 30 Jahren im Unternehmen regulär in Pension ging und mit reduziertem Stundenausmaß, ohne Führungs- und Budgetverantwortung, dafür mit hoher Flexibilität an Board geblieben ist.

Was Canon Medical dabei bewusst anders macht, ist einfach erklärt: An oberster Stelle – ob bei Jung oder Alt – zählt zuerst das Mindset. „Fachliches kann man aufbauen, soziale Kompetenz und Werte kaum. Flache Hierarchien, Vertrauensvorschuss statt Kontrolle und flexible Arbeitsorganisation schaffen ein Umfeld, in dem Leistung nicht über Anwesenheit, sondern über Ergebnisse definiert wird. „Ein Umfeld, das motiviert und in dem Arbeit auch Spaß machen darf“, sind sich Chef und Mitarbeitende einig.


Andreas Pankratz, Ingrid Korosec, Stefan Berger, Werner Schatzl

Natürlich braucht es auch Realismus und den passenden Rahmen: Ältere Mitarbeitende können nicht alles wie mit 30 leisten. Mehr Pausen, andere Rhythmen, passende Aufgaben – das ist Führungsarbeit und kann von Unternehmen geleistet werden. „Für die passenden Rahmenbedingungen muss die Politik sorgen“, fordert Ingrid Korosec, denn: „Wer nach der Pension arbeitet, trifft häufig auf steuerliche und beitragsrechtliche Hürden. Wenn ein relevanter Anteil Älterer in Pension geht, entstehen hohe Kosten; umgekehrt wäre das Einsparpotenzial enorm, wenn Erwerbstätigkeit länger möglich und attraktiv bleibt.“ Und dann ist da noch ein Mythos, der sich hartnäckig hält: Ältere nähmen Jüngeren Jobs weg. Ingrid Korosec kontert: „Die Wirtschaft klagt, dass sie keine Mitarbeitenden findet und gleichzeitig soll jemand wem den Arbeitsplatz wegnehmen? Der Engpass liegt nicht im Alter, sondern im Matching.“


Ingrid Korosec, Werner Schatzl, Andreas Pankratz, Petra Czeiner

Canon Medical macht damit vor, was viele Unternehmen erst lernen müssen: Generationenvielfalt ist kein Sozialprojekt, sondern ein Wettbewerbsvorteil, gerade in komplexen, vertrauensbasierten Märkten. Oder, wie es im Unternehmen heißt: Technik braucht Menschen.

Canon Medical gewinnt den a·g·e Award 2025 in der Kategorie „Arbeitswelt“